die herrmann

14.11.2018

Einführung/Übersetzung

»Und Ich Tauche«, ein Liebeslied. Nicht für einen Mann. Auch nicht für deinen ... obwohl?!?

Morgen veröffentliche ich die erste Single aus »za moju domiznu« (deutsch: »für meine Heimat«). 

Dazu gibt es heute eine kleine inhaltliche Einführung.

Es ist ein Liebeslied für die Gegend meiner Herkunft: die Oberlausitz, denn dort komme ich ursprünglich her. Meine Großmutter war Sorbin und sorbisch wurde bei uns nur gesprochen, wenn wir Kinder es nicht verstehen sollten. Ein paar Dinge habe ich dennoch behalten. „Komm her. Küss mich“, oder „Lass mich in Ruhe, sonst knall ich dir ein paar!“ — was man halt so braucht.

2017 habe ich mir einen Wunsch erfüllt und einen Sorbischkurs belegt. Das war eine sehr erfüllende und fordernde Aufgabe und hat meinen obersorbischen Wortschatz erweitert und einige Aussprachefehler behoben. Mit der Erfahrung konnte die Arbeit an den Aufnahmen für die EP »za moju domiznu« (2019) beginnen, die sich mit deutschen und sorbischen Texten füllen wird. Ich gebe mich darin inhaltlich ganz meiner Heimat und meinen persönlichen Erfahrungen mit der sorbischen Kultur hin. Es ist eine Auseinandersetzung mit mir selbst und meiner Vergangenheit, aber auch mit der schrumpfenden Sprachkultur der Sorben. 

Musikalisch bleibe ich damit weiterhin im Popjazz, gehe nur ein paar Schritte weg vom puren Akustik-live-Hörerlebnis und setze mich in mehr Klangmasse. Add9-Akkorde und Ostinati sind weiterhin Zierde und Anstrich meines Klanges. 

Mir ist bewusst, dass ich damit nicht nur meinem Begriff von Heimat auf den Grund tauche, sondern auch einer Nische, deren Sprachkultur weitgehend unbekannt ist. Ich wage mich auf ein Feld, welches sicherlich nicht viel Zulauf und somit genießende Hörer erfahren wird. Aber das macht es für mich sehr aufregend und reizvoll. Ich werde also vielleicht gezwungen sein, mich zukünftig auf der Bühne zusätzlich auszuziehen, um die Aufmerksamkeit meiner Hörer halten zu können. Gut – das nehme ich in Kauf. Denn ich stehe vollends dahinter und genieße meine persönliche Verbindung zur sorbischen Sprache und möchte meinen Teil dazu beitragen, sie am Leben zu erhalten.

Natürlich hoffe ich, diesen Genuss auch unter euch streuen zu können. Damit das besser gelingt, lest hier den sorbischen Text und die deutsche Übersetzung der ersten Singleauskopplung:

»Und Ich Tauche« aus der EP »za moju domiznu« (2019)

Daj mje widźeć twoje rany, kiž ta zyma zawosta. Daj nas wo tym rěčeć, štož će tyši a spać njeda.
Ale hladaj na barbu, kiž powětr nětk rozliwa. Móžeš mi wšitko prajić, prjedy hač samotu wobzamknyš.
Lass mich sehen deine Narbe, die die Kälte hinterließ. Lass uns drüber reden, was dich bedrückt nicht schlafen ließ.
Aber sieh auf die Farbe, die die Luft nun vergießt. Kannst mir alles sagen, bevor du Einsamkeit beschließt.

Und ich tauche. Und ich tauche für dich. Ich verlier mich, lös’ mich auf, wir werden eins, weil ich es brauch’. Wenn ich noch tiefer tauch, tausch ich mich gegen dich.

Hladam na tebje. A wjele je štož widźu. Ale praj mi, hdźe je twoja slowjanska wutroba.
Ja pytam tebje. Twoja rjanosć swěći ćěmna. Popadń mje do swojeje hłubiny, ty zanurjeny zapisko.
Ich schau dich an. Und was ich sehe ist viel. Aber sag mir, wo ist dein slawisches Herz?
Ich suche nach dir. Deine Schönheit leuchtet finster. Erbeute mich in deine Tiefe, du versunkene Notiz.

Und ich tauche. Und ich tauche für dich. Ich verlier mich, lös’ mich auf, wir werden eins, weil ich es brauch’. Wenn ich noch tiefer tauch, tausch ich mich gegen dich.

Wostań naju so zanurić dóniž njefaluje namaj dych. A njewostaj mje do wysoka, prjedy hač to sama njezrozumju twój duch a twoja duša.
Lass uns versunken sein bis zur Atemnot. Und lass mich nicht wieder herauf, bevor ich deinen Geist und deine Seele nicht verstanden habe.

03.11.2018

Teaser »Und Ich Tauche - za moju domiznu«

Kedźbu! +++ Aufgepasst! +++ Wjele wjesela! +++ zum Vorfreuen!⠀

„Und Ich Tauche - za moju domiznu“⠀

Veröffentlichung des Musikvideos: 15.11.2018

26.10.2018

Videodreh für »Und Ich Tauche - za moju domiznu«

Blick durch die Linse. Eine Ahnung. Nackt, aber angezogen. Nur noch ein bisschen bis zur Veröffentlichung. Nur noch sehr wenige Wochen. Die erste Singeleauskopplung der EP »za moju domiznu« wird sehr bald in Form eines neuen Musikvideos sicht- und hörbar.

Nur noch ein bisschen bis zur Veröffentlichung. Nur noch ein bisschen. Ein kleines bisschen. Kaum auszuhalten für mich!

Voller Verve, die herrmann

30.07.2018

Kimme und Korn

Kimme und Korn, Ziel ins Visier, schrittweise vorpirschen. Und ganz wichtig: dabei nicht zu laut sein.

Damit habe ich mich gründlich DURCHEINANDER gesetzt: Zurück zu den Wurzeln, zu meinen sorbischen und eintauchen in den Brandenburger Wald. Welch’ Schönheit. Passender Weise heißt die erste, im Herbst geplante VÖ aus dieser Produktion „Und Ich Tauche - za moju domiznu“ (für meine Heimat).

Fotos vorab, Klänge erst in ein paar Wochen, dafür umsonst und umschlungen von bewegten Bildern. Unterstützung, Interesse und Neugier sehr gewünscht. Danke!

12.07.2018
Für die Neugier — die Fresslust der Sinne

Probenmitschnitt, Ausschnitt, Einschnitt, Abschnitt und jede Menge inneres Glühen von und für MEIN SCHWARZ IM WEISS za moju domiznu (für meine Heimat).

06.02.2018

MEIN SCHWARZ IM WEISS
za moju domiznu

Meine Feder taucht tief in die Tinte. Ihr Strich landet zielsicher auf meinen Wurzeln und zeichnet sie nach. Sie legt sie frei; kitzelt sie am Fuße. Solange bis meine Krone niesen muss und ein aufgeregtes Schütteln, mein Blattwerk in rauschende Bewegung setzt, dass jede Wahrheit relativ wird. Wahrheiten im Verlauf von Hochmut zu Demut und ich höre dem Rauschen zu, bis nur noch Mut stehen bleibt:

MEIN SCHWARZ IM WEISS heißt das, was brühwarm zugange ist.

14.01.2018

Zucker mit viel Saft

Was in mir ebenso behutsam als kräftig voran schreitet, will sich nicht irre machen lassen und sagt: Gut Ding will Weile haben. Und Übung. Also streiche ich ein paar Dinge von meiner drängelnden ToDo-Liste und love mich locker.

Von der ToDo-Liste 2017 auf die WasSolls-Liste 2018:

--> suchen und wollen
--> booken
--> spielen, spielen, spielen
--> Geld in Kasse machen
--> bei Versicherung melden

Und jetzt:
Den Zucker mit so viel Saft verrühren, dass ein dicker Zuckerguss entsteht. Den Guss in zwei Hälften teilen, eine Hälfte mit dem Teepulver grün färben. Jede Sorte Guss in einen Spritzbeutel füllen und die Sterne damit grün und weiß verzieren.

27.11.2017

Auf den Fersen

Je jich wjele, kiž ći rjeknu kak zwrěsćiš,
tola mało jich je, kiž ći praja kak dobudźeš.

Neues Album — ich bin dir auf den Fersen! Hier werf ich dir etwas Sommer in deinen November.

29.06.2017

Ein dickes Danke und wie es weitergeht

Zwei aufregende Jahre liegen hinter mir — die aufwendigen Aufnahmen zu meinem Album »Leicht wie ein Bär« und eine anschließende Tour mit meiner Band.

Eine Phase der Neuerung meiner Bandbesetzung ruft mich zur Besonnenheit. In Dankbarkeit trennte ich mich Ende 2016 von meinem Gitarristen Christian Noack. Mein Multiinstrumentalist Juan Garcia tritt seine frisch erhaltene Stelle — eine Professur an der HfM Weimar — an und wird seine Aktivität in meiner Band vorerst raffen müssen. Keine Zeiten des „Wellenmachens“ oder der Trotzhaltung. Aber eine Zeit voll stiller Entwicklung mit Raum zum Probieren. Und wie ich feststelle, hat das eine sehr erfüllende und produktive Wirkung auf mich. 

Die Arbeit am Album hat mich viel gekostet und ich zahle noch immer ab — sinnbildlich wie buchstäblich. Ich bin stolz auf diese Leistung und glücklich über die Hilfe und Zuwendung, die mir seitens Vieler zuteil wurde. Denn ein Album auf eigene Faust zu produzieren, kostet nicht nur wahnsinnig viel Geld. Neben wohlgesonnenen Unterstützern, steckte ich auch Zweifel und Steinwürfe ein. Ich konnte nicht immer etwas positives daraus ziehen. Ich möchte mich wehren, gegen das allgemeine Verständnis von Erfolg, welcher proportional an Bekanntheitsgrad, Verkaufszahlen, Facebook-Likes oder Einkommen gemessen wird. 

Mein Resümee: es gibt sie — schmissige Konzerte und Veranstalter, sowie Zuhörer, welche Kleinkunst und Vielfältigkeit wertschätzen und sich dafür einsetzen. Deshalb freue ich mich auf‘s Weitermachen. Ich stehe im Saft und bin noch immer voller Lust — auf Denken, Fühlen und Leben. Eine Handvoll kleiner, feiner Solo-Sommer-Konzerte, ein stiller Geist voller Mut und Muße und eine stete Entwicklung meines künstlerischen Profils bleiben mir richtungsweisend.

Ein guter Moment um Danke zu sagen: 

Danke allen Unterstützern, zur Realisierung meines Debütalbums. Danke allen konstruktiven und wertschätzenden Kritikern. Danke allen guten Geistern für Zurückhaltung und Einmischung zur rechten Zeit. Und eine Bitte: Bleibt mir erhalten! Denn ich plane ein neues Album. Ich werde noch tiefer in die Nische kriechen (meine sorbische) und verrate schonmal folgendes: Łužica, Łužica, ta dyrbi serbska być!

Ein Sommer voll findiger Mundmische liegt vor mir. 

Frische Grüße, die herrmann

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